Antibiotika-Prophylaxe nach Gelenkersatz – Wann ist sie bei künstlichem Gelenk, Hüft-TEP oder Knie-TEP wirklich sinnvoll?

ENDOPROTHETICUM Rhein-Main / Prof. Dr. med. K.P. Kutzner

Hüft-TEP und Knie-TEP sicher schützen:

Aktuelle Empfehlungen zur Antibiotika-Prophylaxe

Ein künstliches Gelenk gilt heute als eine der erfolgreichsten Operationen der modernen Medizin. Sowohl die moderne Hüft-TEP als auch die Knie-TEP ermöglichen Millionen Menschen weltweit ein schmerzfreies und aktives Leben. Dennoch bleibt eine Komplikation besonders gefürchtet: die sogenannte periprothetische Infektion – also eine bakterielle Infektion rund um das künstliche Gelenk.

Viele Patientinnen und Patienten fragen sich deshalb nach einer Hüft-TEP oder Knie-TEP:

  • Brauche ich vor einer Zahnbehandlung ein Antibiotikum?
  • Ist bei einer Darmspiegelung eine Prophylaxe notwendig?
  • Kann eine Erkältung mein künstliches Gelenk gefährden?
  • Wie lange nach der Operation besteht überhaupt ein Risiko?
  • Wann empfehlen Fachgesellschaften eine Antibiotika-Prophylaxe?
  • Welche Eingriffe gelten wirklich als risikoreich?

Genau diese Fragen sorgen seit Jahren für Diskussionen zwischen Orthopäden, Zahnärzten, Internisten und Infektiologen. Während früher oft großzügig Antibiotika empfohlen wurden, zeigen moderne wissenschaftliche Daten inzwischen ein deutlich differenzierteres Bild: Nicht jede Behandlung benötigt eine Antibiotika-Prophylaxe. In vielen Situationen ist sie sogar unnötig.

Gleichzeitig gibt es bestimmte Risikosituationen, in denen eine gezielte Antibiotika-Prophylaxe nach Gelenkersatz sinnvoll oder empfehlenswert sein kann – insbesondere in den ersten Monaten nach einer Hüft-TEP oder Knie-TEP oder bei Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko.

Internationale Fachgesellschaften wie die American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS), die American Dental Association (ADA) und europäische Endoprothetik-Gesellschaften betonen heute, dass eine pauschale Antibiotika-Gabe meist nicht notwendig ist. Besonders die ersten sechs Monate nach Gelenkersatz gelten jedoch als sensible Phase mit theoretisch erhöhtem Risiko.



Patientinnen und Patienten mit künstlichem Gelenk fragen sich häufig, ob nach einer Hüft-TEP oder Knie-TEP vor Zahnbehandlungen, Darmspiegelungen oder anderen Eingriffen grundsätzlich Antibiotika notwendig sind. Nach aktuellen Leitlinien ist eine routinemäßige Antibiotika-Prophylaxe heute in vielen Fällen nicht mehr erforderlich. Besonders in den ersten 6 Monaten nach Gelenkersatz oder bei Risikopatienten mit Diabetes, Rheuma oder Immunsuppression kann jedoch eine individuelle Prophylaxe sinnvoll sein. Normale Zahnreinigungen, Darmspiegelungen oder virale Erkältungen stellen meist kein relevantes Risiko für eine Protheseninfektion dar. Entscheidend sind eine gute Mundhygiene, die Behandlung echter bakterieller Infektionen und die individuelle Risikoabwägung durch einen erfahrenen Endoprothesen-Spezialisten. Prof. Dr. med. Karl Philipp Kutzner vom ENDOPROTHETICUM Rhein-Main in Mainz berät Patientinnen und Patienten individuell zum Thema Antibiotika-Prophylaxe nach Hüft-TEP und Knie-TEP.


Warum Infektionen nach künstlichem Gelenk so ernst genommen werden

Eine Infektion eines künstlichen Gelenks gehört zu den schwerwiegendsten Komplikationen nach einer Hüft-TEP oder Knie-TEP. Obwohl sie insgesamt selten ist, kann sie erhebliche Folgen haben.

Die Problematik besteht darin, dass sich Bakterien auf der Oberfläche einer Prothese festsetzen können. Dort bilden sie sogenannte Biofilme – eine Art Schutzschicht, die Bakterien gegenüber dem Immunsystem und vielen Antibiotika deutlich widerstandsfähiger macht.

Ist eine Infektion einmal etabliert, kann die Behandlung sehr aufwendig werden. Häufig sind notwendig:

  • längere Antibiotika-Therapien
  • operative Spülungen
  • Wechseloperationen
  • Entfernung der Prothese
  • mehrmonatige Behandlungen
  • stationäre Aufenthalte
  • eingeschränkte Mobilität

Gerade deshalb spielt die Prophylaxe bei künstlichem Gelenk eine wichtige Rolle.


Wie gelangen Bakterien überhaupt zum künstlichen Gelenk?

Viele Menschen denken zunächst an eine direkte Verunreinigung während der Operation. Tatsächlich entstehen frühe Infektionen häufig durch bakterielle Kontamination rund um den Eingriff. Später können Infektionen jedoch auch über die Blutbahn entstehen.

Dies nennt man hämatogene Streuung.

Dabei gelangen Bakterien aus anderen Körperregionen vorübergehend ins Blut und können sich theoretisch am künstlichen Gelenk anlagern.

Mögliche Quellen sind beispielsweise:

  • Zahnfleischentzündungen
  • größere Zahnbehandlungen
  • eitrige Hautinfektionen
  • Harnwegsinfekte
  • infizierte Wunden
  • schwere bakterielle Infektionen
  • selten invasive Eingriffe

Wichtig ist jedoch: Nicht jede Bakteriämie führt automatisch zu einer Infektion einer Hüft-TEP oder Knie-TEP.

Der menschliche Körper ist normalerweise sehr gut darin, kurzfristige bakterielle Belastungen zu kontrollieren.


Wann Antibiotika nach Hüft-TEP oder Knie-TEP wirklich sinnvoll sind

 – und wann nicht

Warum die ersten 6 Monate nach Hüft-TEP oder Knie-TEP besonders wichtig sind

Viele Fachgesellschaften sehen insbesondere die ersten sechs Monate nach Gelenkersatz als empfindliche Phase an.

Der Grund:

  • Die Weichteile heilen noch aus.
  • Die biologische Integration der Prothese ist noch nicht vollständig abgeschlossen.
  • Das Immunsystem arbeitet im Operationsgebiet noch intensiv.
  • Kleinste Restentzündungen oder Heilungsprozesse können bestehen.

Deshalb empfehlen einige Experten in dieser frühen Phase eine eher großzügigere Antibiotika-Prophylaxe bei bestimmten invasiven Eingriffen.

Gerade in den ersten 6 Monaten nach einer Hüft-TEP oder Knie-TEP wird häufig diskutiert, ob vor invasiven Zahnbehandlungen oder anderen bakteriämie-assoziierten Eingriffen ein Antibiotikum sinnvoll sein könnte.

Nach Ablauf dieser Zeit sinkt das Risiko einer hämatogenen Protheseninfektion nach aktueller Datenlage deutlich ab.


Was sagen aktuelle Leitlinien zur Antibiotika-Prophylaxe nach Hüft-TEP oder Knie-TEP?

Die moderne Datenlage hat die Empfehlungen in den letzten Jahren deutlich verändert.

Früher wurde oft empfohlen:

  • lebenslange Antibiotika-Prophylaxe
  • Antibiotika vor jeder Zahnbehandlung
  • Antibiotika vor vielen Routineeingriffen

Heute zeigen große Untersuchungen jedoch, dass viele dieser Maßnahmen wahrscheinlich keinen relevanten zusätzlichen Schutz bieten.

Die ADA erklärt inzwischen ausdrücklich, dass prophylaktische Antibiotika bei den meisten Patienten mit künstlichem Gelenk vor Zahnbehandlungen nicht routinemäßig empfohlen werden.

Auch die aktuellen AAOS-Leitlinien kommen zu dem Schluss, dass eine routinemäßige Antibiotika-Prophylaxe vor zahnärztlichen Eingriffen das Risiko einer periprothetischen Infektion wahrscheinlich nicht relevant reduziert.

Gleichzeitig betonen die Leitlinien jedoch:

  • individuelle Risikobewertung
  • Berücksichtigung von Hochrisikopatienten
  • besondere Vorsicht kurz nach der Operation
  • gemeinsame Entscheidung zwischen Orthopäde und behandelndem Arzt/Zahnarzt


Wann kann eine Antibiotika-Prophylaxe nach Gelenkersatz sinnvoll sein?

Es gibt bestimmte Situationen, in denen viele Spezialisten weiterhin eine Prophylaxe erwägen.

Dazu gehören insbesondere:

Invasive Zahnbehandlungen

Hierzu zählen beispielsweise:

  • Zahnextraktionen
  • Implantationen
  • Parodontalchirurgie
  • tiefe Zahnfleischbehandlungen
  • Wurzelspitzenresektionen

Insbesondere in den ersten Monaten nach Hüft-TEP oder Knie-TEP kann eine Antibiotika-Prophylaxe diskutiert werden.


Welche Patienten gelten als Risikopatienten für eine periprothetische Infektion?

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko einer Infektion nach künstlichem Gelenk.

Dazu gehören:

  • Diabetes mellitus
  • Immunsuppression
  • Rheuma
  • Kortisontherapie
  • Chemotherapie
  • frühere Protheseninfektion
  • Revisionseingriffe
  • starkes Übergewicht
  • schlechte Mundgesundheit
  • chronische Infekte
  • Niereninsuffizienz
  • Rauchen
  • Mangelernährung

Gerade bei diesen Patienten wird häufiger eine individuelle Antibiotika-Prophylaxe empfohlen.


Zahnbehandlung und künstliches Gelenk – der häufigste Streitpunkt

Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie Zahnbehandlungen bei Patienten mit Hüft-TEP oder Knie-TEP.

Viele Patienten erhalten unterschiedliche Aussagen:

  • der Zahnarzt empfiehlt Antibiotika
  • der Hausarzt verneint dies
  • der Orthopäde empfiehlt eine Einzelfallentscheidung

Der Hintergrund:

Studien konnten bisher keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen normalen Zahnbehandlungen und späteren Protheseninfektionen nachweisen.

Gleichzeitig entstehen auch im Alltag bakterielle Belastungen der Blutbahn:

  • beim Zähneputzen
  • durch Zahnfleischentzündungen
  • beim Kauen
  • bei schlechter Mundhygiene

Eine dauerhaft schlechte Mundgesundheit könnte deshalb theoretisch problematischer sein als eine einzelne professionelle Zahnbehandlung.


Warum gute Zahnpflege wichtiger sein kann als Antibiotika

Ein zentraler Punkt moderner Leitlinien lautet:

Die beste Prophylaxe für ein künstliches Gelenk ist oft eine gute Mundgesundheit.

Chronische Zahnfleischentzündungen oder unbehandelte Infektionen stellen wahrscheinlich ein höheres Risiko dar als professionelle zahnärztliche Eingriffe.

Deshalb empfehlen Fachgesellschaften:

  • regelmäßige Zahnarztkontrollen
  • professionelle Zahnreinigung
  • gute Mundhygiene
  • Behandlung entzündeter Zähne
  • Vermeidung chronischer Infektionsherde


Ist bei einer Darmspiegelung eine Antibiotika-Prophylaxe notwendig?

Diese Frage stellen viele Patienten mit künstlichem Gelenk.

Die Antwort lautet in den meisten Fällen:

Nein.

Normale Darmspiegelungen benötigen üblicherweise keine Antibiotika-Prophylaxe nach Hüft-TEP oder Knie-TEP.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Screening-Koloskopien normalerweise kein relevantes Risiko für eine Protheseninfektion darstellen.

Nur bei besonderen Risikokonstellationen könnte im Einzelfall anders entschieden werden.


Erkältung, Grippe oder Virusinfekt – gefährlich für die Prothese?

Viele Menschen haben Angst, dass jede Erkältung ihr künstliches Gelenk gefährden könnte.

Diese Sorge ist meistens unbegründet.

Virale Infekte wie:

  • Erkältungen
  • grippale Infekte
  • klassische Virusinfektionen

führen normalerweise nicht zu einer bakteriellen Protheseninfektion.

Antibiotika helfen gegen Viren ohnehin nicht.

Deshalb ist bei normalen viralen Infekten keine Antibiotika-Prophylaxe sinnvoll.

Wichtiger sind:

  • Schonung
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Beobachtung des Allgemeinzustandes
  • Behandlung bakterieller Sekundärinfekte


Wann sollte man nach Gelenkersatz besonders aufmerksam sein?

Bestimmte Symptome sollten ernst genommen werden.

Dazu gehören:

  • plötzlich auftretende Gelenkschmerzen
  • Rötung
  • Überwärmung
  • Schwellung
  • Fieber
  • nässende Wunden
  • zunehmende Schmerzen
  • plötzliche Bewegungseinschränkung

Gerade bei einer bestehenden Hüft-TEP oder Knie-TEP sollte dann rasch eine orthopädische Abklärung erfolgen.


Welche Eingriffe können theoretisch ein erhöhtes Risiko darstellen?

Mögliche Risikoeingriffe können sein:

  • Zahnextraktionen
  • größere Zahnoperationen
  • infizierte Zahnbehandlungen
  • Eingriffe bei aktiven Infektionen
  • urologische Operationen
  • bestimmte Darmoperationen
  • invasive Eingriffe bei bakterieller Entzündung

Normale Routineuntersuchungen stellen dagegen meist kein relevantes Risiko dar.


Warum Antibiotika nicht leichtfertig eingesetzt werden sollten

Viele Menschen denken:

„Viel hilft viel.“

Gerade bei Antibiotika stimmt das nicht.

Unnötige Antibiotika können verursachen:

  • Allergien
  • Durchfall
  • Resistenzen
  • Nebenwirkungen
  • Darmflora-Störungen
  • schwere Komplikationen

Die moderne Medizin verfolgt deshalb zunehmend das Prinzip des „Antibiotic Stewardship“ – also eines möglichst gezielten und verantwortungsvollen Antibiotika-Einsatzes.


Welche Antibiotika werden typischerweise verwendet?

Falls eine Prophylaxe empfohlen wird, kommt häufig Amoxicillin zum Einsatz.

Mehrere Leitlinien nennen eine einmalige Gabe von 2 g Amoxicillin vor invasiven Zahnbehandlungen als typisches Schema.

Bei Penicillin-Allergie existieren Alternativen.

Wichtig:

Die genaue Auswahl sollte individuell erfolgen und nicht pauschal eigenständig eingenommen werden.


Moderne Hüft-TEP und Knie-TEP sind heute sehr sicher

Die gute Nachricht:

Infektionen nach Gelenkersatz sind insgesamt selten.

Moderne Endoprothetik arbeitet heute mit:

  • hochsterilen OP-Bedingungen
  • Laminar-Airflow
  • standardisierten Hygienekonzepten
  • perioperativer Antibiotika-Prophylaxe
  • minimal-invasiven Techniken
  • optimierten Implantaten
  • Fast-Track-Konzepten

Dadurch konnte das Risiko deutlich reduziert werden.


Warum Revisionseingriffe ein anderes Risiko haben können

Patienten mit Wechseloperationen oder mehrfach operierten Gelenken können ein höheres Risiko tragen.

Hier wird häufiger individuell über eine Antibiotika-Prophylaxe entschieden.

Auch Patienten mit:

  • Tumorprothesen
  • Mega-Prothesen
  • früheren Infektionen
  • komplexen Revisionen

werden oft vorsichtiger behandelt.


Ist eine lebenslange Antibiotika-Prophylaxe nach Gelenkersatz sinnvoll?

Früher wurde dies teilweise empfohlen.

Heute lautet die Antwort in den meisten Fällen:

Nein.

Die aktuelle Datenlage spricht gegen eine generelle lebenslange Antibiotika-Prophylaxe bei allen Patienten mit künstlichem Gelenk.

Viel wichtiger ist eine individuelle Risikoabwägung.


Was Patienten nach Hüft-TEP oder Knie-TEP konkret tun sollten

Gute Mundhygiene

Der wichtigste Schutzfaktor.

Infektionen ernst nehmen

Eitrige Wunden oder schwere bakterielle Infekte sollten behandelt werden.

Bei invasiven Eingriffen Rücksprache halten

Besonders in den ersten 6 Monaten nach Gelenkersatz.

Nicht eigenständig Antibiotika einnehmen

Immer ärztlich abstimmen.

Spezialisten kontaktieren

Gerade bei Unsicherheit.


Warum die individuelle Entscheidung so wichtig ist

Die Realität ist komplex.

Es gibt nicht die eine Regel für alle Patienten.

Entscheidend sind:

  • Alter
  • Begleiterkrankungen
  • Art des Eingriffs
  • Zeitpunkt nach Operation
  • bisherige Infektionen
  • Immunsystem
  • Implantattyp

Deshalb sollte die Entscheidung individuell getroffen werden.


Antibiotika-Prophylaxe und künstliches Gelenk – die wichtigsten Fakten zusammengefasst

  • Nicht jede Zahnbehandlung benötigt Antibiotika.
  • Nicht jede Darmspiegelung braucht eine Prophylaxe.
  • Virusinfekte gefährden die Prothese normalerweise nicht.
  • Die ersten 6 Monate nach Gelenkersatz gelten als sensible Phase.
  • Hochrisikopatienten benötigen manchmal eine individuelle Strategie.
  • Gute Mundhygiene ist extrem wichtig.
  • Unnötige Antibiotika sollten vermieden werden.
  • Moderne Hüft-TEP und Knie-TEP sind insgesamt sehr sicher.


Wann Sie einen Endoprothesen-Spezialisten kontaktieren sollten

Gerade bei Unsicherheit ist die individuelle Beratung entscheidend.

Patientinnen und Patienten mit:

  • neuer Hüft-TEP
  • neuer Knie-TEP
  • geplanter Zahnoperation
  • geplanter invasiver Behandlung
  • Immunsuppression
  • früherer Infektion
  • komplexer Prothese

sollten die Situation individuell mit einem erfahrenen Endoprothesen-Spezialisten besprechen.

Im ENDOPROTHETICUM Rhein-Main in Mainz berät Prof. Dr. med. Karl Philipp Kutzner Patientinnen und Patienten individuell zum Thema Antibiotika-Prophylaxe nach künstlichem Gelenk, Hüft-TEP und Knie-TEP. Durch die Spezialisierung auf moderne Endoprothetik, minimal-invasive Verfahren und Fragestellungen rund um den Gelenkersatz kann eine individuelle Risikoabwägung erfolgen.

Weitere Informationen finden sich auch unter:
ENDOPROTHETICUM Rhein-Main


FAQ – Häufige Fragen zur Antibiotika-Prophylaxe nach Gelenkersatz

Muss ich vor jeder Zahnreinigung ein Antibiotikum nehmen?

Nein. Eine routinemäßige Antibiotika-Prophylaxe wird heute meist nicht empfohlen.

Brauche ich Antibiotika vor einer Darmspiegelung?

In den meisten Fällen nein.

Sind die ersten Monate nach Gelenkersatz kritischer?

Ja. Besonders die ersten 6 Monate gelten als sensible Phase.

Gefährdet eine Erkältung meine Hüft-TEP?

Normale Virusinfekte stellen normalerweise kein relevantes Risiko dar.

Welche Patienten gelten als Hochrisikopatienten?

Zum Beispiel Patienten mit Immunsuppression, Diabetes, Rheuma oder früheren Protheseninfektionen.

Was ist wichtiger als Antibiotika?

Eine gute Mundhygiene und die Behandlung echter Infektionen.

Können Antibiotika auch schaden?

Ja. Unnötige Antibiotika fördern Resistenzen und Nebenwirkungen.

Sollte ich die Entscheidung individuell besprechen?

Unbedingt. Die Entscheidung sollte immer individuell erfolgen.


Brauche ich Antibiotika vor einer Zahnbehandlung mit künstlichem Gelenk?

Viele Patienten mit Hüft-TEP oder Knie-TEP stellen sich genau diese Frage. Nach aktuellen Leitlinien benötigen die meisten Patienten heute keine routinemäßige Antibiotika-Prophylaxe vor normalen Zahnbehandlungen. Besonders in den ersten 6 Monaten nach Gelenkersatz oder bei Risikopatienten kann jedoch eine individuelle Entscheidung sinnvoll sein.

Ist eine Zahnreinigung gefährlich nach Hüft-TEP oder Knie-TEP?

Eine professionelle Zahnreinigung gilt normalerweise nicht als hohes Risiko für eine bakterielle Infektion eines künstlichen Gelenks. Viel wichtiger ist langfristig eine gute Mundhygiene, da chronische Entzündungen problematischer sein können als die eigentliche Zahnreinigung.

Ist eine Darmspiegelung mit künstlichem Gelenk gefährlich?

Normale Darmspiegelungen benötigen bei Patienten mit Hüft-TEP oder Knie-TEP in den meisten Fällen keine Antibiotika-Prophylaxe. Das Risiko einer Infektion des künstlichen Gelenks gilt als sehr gering.

Kann eine Erkältung meine Hüftprothese oder Knieprothese gefährden?

Normale virale Infekte wie Erkältungen oder grippale Infekte stellen normalerweise kein relevantes Risiko für ein künstliches Gelenk dar. Antibiotika helfen gegen Viren nicht und sind deshalb meist nicht sinnvoll.

Welche Patienten brauchen häufiger eine Antibiotika-Prophylaxe?

Patienten mit Diabetes, Rheuma, Immunsuppression oder früheren Protheseninfektionen benötigen manchmal eine individuell angepasste Strategie zur Prophylaxe nach Gelenkersatz.

Wie lange besteht ein erhöhtes Risiko nach Hüft-TEP oder Knie-TEP?

Die ersten 6 Monate nach der Operation gelten als empfindlichste Phase. Danach ist das Risiko einer hämatogenen Infektion eines künstlichen Gelenks insgesamt sehr gering.

Was empfehlen moderne Leitlinien zur Antibiotika-Prophylaxe?

Internationale Fachgesellschaften empfehlen heute keine pauschale lebenslange Antibiotika-Prophylaxe bei jedem Patienten mit künstlichem Gelenk. Entscheidend ist vielmehr die individuelle Risikoabwägung.

Wie kann ich mein künstliches Gelenk am besten vor Infektionen schützen?

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • gute Mundhygiene
  • Behandlung echter bakterieller Infektionen
  • gesunder Lebensstil
  • Kontrolle chronischer Erkrankungen
  • Rücksprache mit einem Endoprothesen-Spezialisten bei Unsicherheiten

Wann sollte ich einen Spezialisten kontaktieren?

Gerade bei geplanten Zahnoperationen, Unsicherheit bezüglich Antibiotika oder ungewöhnlichen Beschwerden nach Hüft-TEP oder Knie-TEP ist die Beratung durch einen erfahrenen Endoprothesen-Spezialisten sinnvoll.

Prof. Dr. med. Karl Philipp Kutzner vom ENDOPROTHETICUM Rhein-Main in Mainz berät Patientinnen und Patienten individuell zu modernen Empfehlungen rund um Antibiotika-Prophylaxe, künstliches Gelenk, Hüft-TEP und Knie-TEP.


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