Was möchten Sie wieder erleben? Mit neuer Hüfte oder neuem Knie zurück ins Leben
Sieben Tage. Neun Alpenpässe. Und eine Hüfte, die wieder mitmacht.

Wenige Monate nach seiner Kurzschaft-Hüftprothese fuhr einer meiner Patienten mit dem Rennrad durch die französischen Alpen. Auf dem Programm standen unter anderem der Col du Galibier und der Anstieg nach Alpe d’Huez. Eine enorme sportliche Leistung. Seine Rückmeldung: Die Hüfte blieb beschwerdefrei.
Als Operateur freue ich mich über solche Nachrichten besonders. Auf dem Röntgenbild kann ich beurteilen, wie eine Prothese sitzt. Ein Foto aus den Alpen erzählt mir, was die Behandlung für diesen Menschen persönlich bedeutet.
Nicht jeder möchte Alpenpässe bezwingen. Vielleicht fehlt Ihnen der Spaziergang mit Ihrem Partner. Das Spielen mit den Enkeln. Oder eine Reise, bei der Sie nicht jeden Weg vorher durchrechnen müssen.
Deshalb lautet eine wichtige Frage bei uns im ENDOPROTHETICUM:
Was möchten Sie wieder erleben?
Zum Patientenfoto: Sieben Tage, neun Alpenpässe: Wenige Monate nach seiner Kurzschaft-Hüftprothese bei Prof. Kutzner war dieser Patient wieder mit dem Rennrad in den französischen Alpen unterwegs. Nach eigener Aussage ohne Hüftbeschwerden. Veröffentlichung mit seiner Einwilligung.
Mit der Kurzschaft-Hüftprothese zurück in die französischen Alpen
Der Col du Galibier und der Anstieg nach Alpe d’Huez sind für Rennradfahrer besondere Ziele. Wer sie in eine Tour mit insgesamt neun Pässen innerhalb einer Woche einbindet, nimmt sich sportlich sehr viel vor.
Für meinen Patienten war diese Reise wenige Monate nach seiner Hüftoperation wieder möglich. Er konnte sich einer anspruchsvollen Herausforderung stellen und seine Leidenschaft für das Rennradfahren ausleben – ohne die Hüftbeschwerden, die ihn zuvor eingeschränkt hatten.
Genau darin liegt die persönliche Bedeutung dieser Geschichte. Die Hüftprothese hat für ihn einen Wert, der weit über das Implantat hinausgeht: Er konnte einen wichtigen Teil seines Lebens wieder aufnehmen.
Persönliche Ziele dürfen anspruchsvoll sein
In der Beratung sprechen wir häufig über Gehstrecken, Treppensteigen und die selbstständige Bewältigung des Alltags. Manche Patienten haben darüber hinaus sportliche Ambitionen, die einen großen Teil ihrer Lebensqualität ausmachen.
Auch diese Wünsche gehören ins Gespräch.
Welchen Sport haben Sie bisher betrieben? Was ist Ihnen dabei wichtig? Welche Belastungen möchten Sie wieder bewältigen können?
Die Alpenreise meines Patienten ist ein außergewöhnlicher individueller Verlauf. Sie ist kein Maßstab für die Erholung nach einer Hüftoperation und keine allgemeine Empfehlung, wenige Monate nach dem Eingriff eine solche Tour zu unternehmen. Die Rückkehr zum Sport muss zu den persönlichen Voraussetzungen und zum Heilungsverlauf passen und ärztlich abgestimmt werden.
Aber ein ambitioniertes Ziel darf ausgesprochen werden. Wir möchten es kennen, um mit Ihnen über Möglichkeiten, Grenzen und den Weg dorthin zu sprechen.
Für den einen liegt das Ziel hoch oben in den französischen Alpen. Für den anderen beginnt es direkt vor der Haustür.
Wenn Hüfte oder Knie das Leben kleiner machen
Oft verändern Gelenkbeschwerden den Alltag schleichend.
Der Spaziergang wird kürzer. Für den Ausflug sucht man einen Parkplatz möglichst nah am Ziel. Beim Spielen mit den Enkeln bleibt man lieber auf dem Sofa. Vor einer Reise stellt sich inzwischen eine Frage, die früher keine Rolle spielte: Schaffe ich die Wege dort überhaupt?
Vieles lässt sich eine Zeit lang anpassen. Doch irgendwann merkt man, wie viel man bereits aufgegeben hat.
Die folgenden drei Geschichten beschreiben solche Situationen. Sie sind frei erfundene Beispiele, keine tatsächlichen Patientenberichte. Vielleicht erkennen Sie dennoch etwas aus Ihrem eigenen Alltag darin wieder.
Wieder gemeinsam am Rhein entlanggehen
Früher gingen sie nach dem Frühstück einfach los.
Am Rhein entlang, manchmal bis zum nächsten Café. Unterwegs sprachen sie über die Kinder, den nächsten Urlaub oder darüber, was zu Hause noch erledigt werden musste. Wie viele Kilometer sie gegangen waren, interessierte keinen von beiden.
Inzwischen schaut sie häufiger nach einer Bank.
Die Hüfte macht sich schon auf dem Hinweg bemerkbar. Ihr Mann wird langsamer, ohne etwas zu sagen. Sie weiß, dass er sich nach ihr richtet. Manchmal ist ihr das unangenehmer als der Schmerz selbst.
„Geh du ruhig schon mal weiter“, sagt sie.
Später schlägt sie vor, dass er allein geht. Sie habe ohnehin noch etwas zu erledigen.
Was ihr fehlt, sind die gemeinsame Zeit, die Gespräche unterwegs und das Gefühl, einfach losgehen zu können.
Was bedeutet „wieder besser laufen“ für Sie?
In einer Sprechstunde könnte ihr Wunsch zunächst lauten: „Ich möchte wieder besser laufen können.“
Erst im Gespräch wird deutlich, was damit gemeint ist. Wie lang waren die Spaziergänge früher? Was ist heute noch möglich? Wann treten die Beschwerden auf? Und welche Bedeutung hat der gemeinsame Weg für sie?
Diese Fragen helfen uns, die Einschränkung zu verstehen. Ob eine nichtoperative Behandlung weiterhelfen kann oder ein künstliches Hüftgelenk sinnvoll ist, entscheiden wir anhand der individuellen Situation und der medizinischen Befunde.
Dabei möchten wir auch wissen, welche Veränderung für Sie persönlich den größten Unterschied machen würde.
Wieder mit dem Enkel auf dem Boden spielen
Die Eisenbahn steht mitten im Wohnzimmer.
Sein Enkel hat die Schienen aufgebaut, einen Tunnel unter dem Couchtisch hindurchgeführt und die Lok bereitgestellt. Jetzt fehlt nur noch der Mitspieler.
Früher hätte er sich einfach dazugesetzt. Heute überlegt er.
Das Hinunterkommen würde irgendwie gehen. Aber wie kommt er anschließend wieder hoch? Kann er sich am Tisch abstützen? Wird das Knie mitmachen?
Also bleibt er auf dem Sofa und lässt sich die Eisenbahn von oben erklären.
Er möchte gern wieder unten mitspielen können.
Selbstständigkeit hat viele Formen
Bei Gelenkbeschwerden denken viele Menschen zuerst an Gehstrecken oder Treppen. Für den einzelnen Patienten können andere Tätigkeiten mindestens genauso wichtig sein: Schuhe anziehen, aus einem niedrigen Sessel aufstehen, im Garten arbeiten oder sich zu einem Kind hinunterbeugen.
Deshalb fragen wir genauer nach.
Welche Bewegung fehlt Ihnen? Was vermeiden Sie inzwischen? Wo benötigen Sie Hilfe, obwohl Sie die Tätigkeit gern selbst übernehmen würden?
Auch hier gehört eine ehrliche Einschätzung dazu. Nicht jede Bewegung lässt sich durch eine Behandlung vollständig wiederherstellen. Beweglichkeit, Kraft, weitere Erkrankungen und die persönliche Ausgangssituation müssen berücksichtigt werden.
Ein persönliches Ziel gibt der Behandlung eine Richtung. Ob und in welchem Umfang es erreichbar ist, besprechen wir individuell mit Ihnen.
Wieder reisen, ohne jeden Weg vorher durchzurechnen
Das Hotel ist gebucht. Die Bilder der Altstadt sehen wunderschön aus.
Trotzdem schaut sie vor der Reise zuerst auf den Stadtplan. Wie weit ist es vom Hotel zum Zentrum? Gibt es Steigungen? Fährt dort ein Bus? Wo könnte sie eine Pause machen?
Früher hat sie nach Restaurants und Sehenswürdigkeiten gesucht. Heute sucht sie nach kurzen Wegen.
Ihre Hüfte ist bei jeder Planung dabei.
Sie würde gern wieder einmal durch eine fremde Stadt schlendern, ohne ständig darüber nachzudenken, ob der Rückweg zu weit wird. Vielleicht sogar spontan in eine Seitenstraße abbiegen.
Was ihr fehlt, ist ein Stück Freiheit.
Welche Unternehmungen haben Sie bereits aufgegeben?
Gelenkbeschwerden beeinflussen manchmal schon die Entscheidung, überhaupt etwas zu unternehmen. Eine Einladung wird abgesagt. Ein Ausflug wird verschoben. Eine Reise wird gar nicht erst gebucht.
Für die Beratung ist deshalb neben der aktuellen Belastbarkeit wichtig, welche Aktivitäten bereits weggefallen sind.
Was würden Sie gern wieder unternehmen? Welche Bedenken haben Sie? Gibt es ein konkretes Ereignis, auf das Sie hoffen?
Wenn Sie eine Reise, eine Familienfeier oder einen anderen Termin im Blick haben, sprechen Sie uns frühzeitig darauf an. Gemeinsam können wir einordnen, welche Planung sinnvoll erscheint. Eine Operation und die anschließende Erholung lassen sich jedoch nicht auf einen garantierten Wunschtermin zuschneiden.
Ihre Geschichte gehört zur medizinischen Entscheidung
Ein Röntgenbild liefert wichtige Informationen. Es zeigt jedoch nicht, was Ihre Hüft- oder Kniebeschwerden für Ihr tägliches Leben bedeuten.
Menschen mit ähnlichen Befunden können unterschiedlich stark eingeschränkt sein. Auch ihre Erwartungen an eine Behandlung unterscheiden sich.
Im ENDOPROTHETICUM Rhein-Main bringen wir deshalb die medizinischen Befunde mit Ihrer persönlichen Situation zusammen. Dazu gehören unter anderem folgende Fragen:
- Welche Beschwerden bestehen und wie haben sie sich entwickelt?
- Welche Behandlungen haben Sie bereits ausprobiert?
- Wie stark sind Alltag, Schlaf und Bewegung beeinträchtigt?
- Welche Begleiterkrankungen müssen berücksichtigt werden?
- Was möchten Sie durch eine Behandlung erreichen?
- Welche Sorgen und offenen Fragen bringen Sie mit?
Auf dieser Grundlage besprechen wir Ihre Möglichkeiten.
Die Frage „Was möchten Sie wieder erleben?“ legt keine bestimmte Behandlung fest. Sie hilft uns, eine Empfehlung zu entwickeln und zu erklären, die zu Ihrer Situation passt.
Brauche ich dafür eine Hüftprothese oder Knieprothese?
Aus dem Wunsch nach mehr Lebensqualität folgt nicht automatisch die Entscheidung für eine Operation.
Zunächst geht es darum, die Ursache Ihrer Beschwerden zu klären und Ihre bisherige Behandlung einzuordnen. Auch die Frage, ob nichtoperative Möglichkeiten noch sinnvoll genutzt werden können, gehört in dieses Gespräch.
Wenn ein Gelenkersatz infrage kommt, besprechen wir mit Ihnen die Gründe dafür, mögliche Alternativen sowie Chancen und Risiken. Ebenso wichtig sind die Grenzen: Ein künstliches Gelenk kann nicht jede Beschwerde beseitigen oder jedes persönliche Ziel garantieren.
Sie sollen verstehen, weshalb wir Ihnen ein bestimmtes Vorgehen empfehlen. Und Sie sollen Raum haben, Ihre Fragen zu stellen – auch dann, wenn Sie sich noch nicht für eine Operation entschieden haben.
Wenn ein künstliches Gelenk sinnvoll ist: Wie planen wir Ihre Behandlung?
Die Planung einer Hüftprothese oder Knieprothese umfasst viele medizinische Entscheidungen. Welche Versorgung geeignet ist, hängt unter anderem von Ihrer Anatomie, der Knochenqualität, der Gelenksituation und weiteren individuellen Voraussetzungen ab.
Bei einer Hüftoperation gehört dazu auch die Frage, ob eine Kurzschaftprothese für Sie geeignet ist. Die Wahl des Implantats richtet sich nach den medizinischen Voraussetzungen. Die erfolgreiche Alpenreise eines einzelnen Patienten lässt sich daher nicht auf andere Patienten oder auf eine bestimmte Prothesenart allgemein übertragen.
Für Sie stellt sich außerdem eine praktische Frage: Wie sieht der gesamte Weg durch die Behandlung aus?
Im ENDOPROTHETICUM in Mainz betrachten wir deshalb die Vorbereitung und die Zeit nach dem Eingriff mit. Je nach persönlicher Situation besprechen wir beispielsweise:
- Wie Sie sich auf die Behandlung vorbereiten können.
- Welcher organisatorische Rahmen für Sie geeignet ist.
- Welche Unterstützung Sie nach der Entlassung benötigen.
- Wie Rehabilitation und Nachsorge geplant werden.
- Was für die Rückkehr in Alltag und Sport berücksichtigt werden sollte.
Auch Ihr Wohnort, die häusliche Situation und die Unterstützung durch Angehörige können dabei eine Rolle spielen.
Unser Behandlungskonzept verbindet die spezialisierte ärztliche Betreuung mit den Möglichkeiten der operativen Versorgung an der curaparc clinic Mainz sowie ergänzenden Angeboten für Rehabilitation und Aufenthalt. Welche Bausteine für Sie infrage kommen, klären wir persönlich mit Ihnen.
So können Sie sich auf Ihr Beratungsgespräch vorbereiten
Sie müssen Ihre Beschwerden nicht in medizinischen Begriffen beschreiben können. Hilfreich sind konkrete Beispiele aus Ihrem Alltag.
Vielleicht erkennen Sie sich in einem dieser Sätze wieder:
„Nach zehn Minuten muss ich stehen bleiben.“
„Ich gehe die Treppe nur noch, wenn es unbedingt sein muss.“
„Ich sage Ausflüge inzwischen häufig ab.“
„Ich brauche Hilfe beim Anziehen.“
„Ich möchte wieder längere Strecken mit dem Rennrad fahren können.“
Überlegen Sie außerdem, welche Veränderung für Sie den größten Unterschied machen würde. Das kann eine sportliche Herausforderung sein. Oft ist es eine alltägliche Tätigkeit, die Sie gern wieder selbstständig ausführen möchten.
Schreiben Sie Ihre Fragen und Wünsche vor dem Termin ruhig auf. So können wir sie gemeinsam durchgehen.
Nach der Behandlung: Was gelingt Ihnen wieder?
Bei der Nachsorge interessieren uns die medizinischen Befunde und Ihr tatsächlicher Alltag.
Wie entwickeln sich Ihre Beschwerden? Was gelingt bereits besser? Wo bestehen noch Schwierigkeiten? Und wie geht es mit dem persönlichen Ziel, über das wir zu Beginn gesprochen haben?
Vielleicht ist der Spaziergang wieder länger geworden. Vielleicht fällt das Aufstehen leichter. Vielleicht braucht es noch Zeit, Training oder eine weitere Abklärung, weil etwas anders verläuft als erhofft.
Auch das gehört zu einer persönlichen Begleitung: Fortschritte wahrzunehmen und Schwierigkeiten offen anzusprechen.
Manchmal erreicht uns dann ein Foto aus den französischen Alpen. Ein anderes Mal erzählt jemand, dass der gemeinsame Weg zum Café wieder möglich ist. Beides kann für den jeweiligen Menschen sehr viel bedeuten.
Was möchten Sie wieder erleben?
Mit dem Partner am Rhein spazieren. Mit den Enkeln auf dem Boden spielen. Eine Reise planen, ohne jeden Weg vorher durchzurechnen. Oder tatsächlich mit dem Rennrad die Gipfel stürmen?
Vielleicht haben Sie beim Lesen an einen bestimmten Menschen gedacht. An einen Ort, den Sie gern wieder besuchen würden. Oder an eine kleine Selbstverständlichkeit, die Ihnen seit Langem fehlt.
Erzählen Sie uns davon.
Im ENDOPROTHETICUM Rhein-Main nehmen wir Ihre Beschwerden und Ihre persönlichen Ziele zum Ausgangspunkt einer sorgfältigen Beratung. Gemeinsam klären wir, welche Behandlung für Ihre Hüfte oder Ihr Knie sinnvoll ist und welche Erwartungen realistisch sind.
Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Beratungstermin im ENDOPROTHETICUM in Mainz.
Wir möchten erfahren, was Ihnen wichtig ist.
Prof. Dr. med. Karl Philipp Kutzner
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Gründer und ärztlicher Leiter des ENDOPROTHETICUM Rhein-Main
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